Orgeln

Die 1885 fertiggestellte Sauer-Orgel umfasste 60 Register und war damit nicht nur eine der größten Orgeln Leipzigs, sondern auch eines der modernsten Instrumente seiner Zeit. Ihr begeisternder dunkler, voller Klang machte die Peterskirche zu einem Zentrum der Kirchenmusik. Der Zuspruch war so groß, dass die Orgel auch Vorlage für ähnliche Bauten - u.a. in der Thomaskirche Leipzig - war.

Infolge der Zerstörungen durch Bombenangriffe im Jahr 1943 war die Orgel über viele Jahre der Witterung ausgesetzt. Schließlich wurden 1958 die Metallpfeifen zum Einschmelzen verkauft und die Holzpfeifen anderweitig verwendet, so daß das Instrument leider unwiederbringlich verloren ist.

Geblieben ist der prächtige und aufwendig verzierte Prospekt. Seit einigen Jahren erarbeitet der Orgelförderkreis der Peterskirche Konzepte für den Neubau einer großen französischen Orgel in der Peterskirche, deren Umsetzung jedoch weitere finanzielle Unterstützung bedarf. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet u.a. das regelmäßige Konzert - der sogenannte "Orgel-Punkt-Zwölf" an der Jahn-Orgel.


Sauer schuf auch das Orgelwerk für die Taufkapelle. Diese kleine Sauer-Orgel hatte 6 Register (I. Manual C-f3: Principal 8'. Rohrflöte 8', Spitzflöte 4'; II. Manual C-f3: Salicional 8', Gedackt 8' und Pedal C-d1: Subbass 16').

Das Gehäuse mit Prospekt aus Eichenholz wurde von Tischlermeister Arnemann und von Schlossermeister Ferdinand Kayser gefertigt.
Auch die kleine Sauer-Orgel wurde im Krieg zerstört.

 


Diese kleine Orgel wurde um 1900 von Johannes Jahn, Dresden, erbaut und durch die Firma Eule aus Bautzen erweitert. Sie verfügt über feinsinnige Disposition: Untermanual (Prinzipal 8′, Octave 4′, Scharf 3–4-fach), Obermanual (Gedackt 8′, Flöte 4′, Rohrflöte 2′) Pedal (Subbaß 16′, Quintade 4′) und Hilfszüge (Manual-Coppel, Pedal-Coppel).

Die ehemalige Schulorgel der Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz wurde in den letzten beiden Tagen vor der Kirchensprengung 1968 gerettet und fortan in dem Gemeindesaal der Peterskirche genutzt. Nach einer umfangreichen Restaurierung durch Gerd-Christian Bochmann, Kohren-Sahlis, wurde sie im Jahr 1995 der Peterskirche als Dauerleihgabe von der Universität Leipzig übergeben. Dort wird sie, vorn im Kirchenschiff, als Begleitinstrument für Gemeinde und Konzert genutzt.


Der Orgelbaumeister Gerd-Christian Bochmann aus Kohren-Sahlis erbaute 2005 ein weiteres Instrument für die Peterskirche. In der originalgetreu wiederhergestellten Taufkapelle steht dieses Positiv mit vier Registern und ohne Pedal.

Der Prospekt umfaßt zwei mal drei seitlich angebrachte Holzpfeifen sowie 13 Metallpfeifen. Ihr mal still-meditatives, mal kräftig-strahlendes Spiel erklingt nicht nur bei der Gemeindebegleitung, sondern auch in Konzerten.

Historische Presseschau

"Die grosse Kirchen- und Concert-Orgel"
Die durch Wilhelm Sauer für die Neue Peterskirche Leipzig erbaute große Orgel war eines der modernsten Instrumente seiner Zeit.

125 Jahre Peterskirche Leipzig
Arbeitsheft 15 des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Dresden 2010
ISBN 978-3-942422-19-2
15,00 €
Sandstein Verlag, Dresden