1929 — 1948: Heinrich Otto Walther Lenz (*1892, †1872)

Walther Lenz wird am 21. Mai 1892 als Sohn des Leipziger Verlagsbuchhändlers Otto Lenz geboren. Er besucht das Leipziger Nikolaigymnasium. Walther Lenz studiert ab 1911 Theologie und Geschichte an der Universität Leipzig. Neben dem Studium ist er Helfer beim Kindergottesdienst in seiner Heimatgemeinde Leipzig Sellerhausen. Nachdem er als Einjährig Freiwilliger in dem Königlich Sächsischen Infanterieregiment gedient hat, wird er Offizier im Ersten Weltkrieg und wird im September 1914 schwer verwundet. Sein jüngerer Bruder Otto stirbt 1916 an der Front.

Während des Krieges legt Walther Lenz 1915 und 1917 seine Theologischen Examina ab. 1917 übernimmt er die dritte Pfarrstelle an der Emmauskirche in Leipzig-Sellerhausen. Zwölf Jahre später tritt er 1929 die fünfte Pfarrstelle an der Peterskirche Leipzig an und rückt 1933 auf die vierte auf. 

Walther Lenz ist Mitglied der Deutschen Christen, in der Kriegsgräberfürsorge und, als Offizier des 1. Weltkrieges, Seelsorger im „Stahlhelm“. Etwa 1937 legt er seine Mitgliedschaft bei den Deutschen Christen nieder. 1940 wird er zur Wehrmacht einberufen. Sein Sohn stirbt 1943 in Russland. 

Walther Lenz kommt 1945 in britische Kriegsgefangenschaft. Wenig später wird er in die amerikanische Besatzungszone entlassen. Dort übernimmt er zunächst die Verwaltung einer Hilfspfarrstelle in Niederzwehren in der Landeskirche Kurhessen. Im Jahr 1948 wird er ins Pfarramt Obervellmar bei Kassel gewählt und wechselt folglich die Landeskirche. Er ist dort bis Ende 1955 im Dienst aktiv und stirbt am 26. Mai 1972 in Kassel.

Bibliographie

Seelsorge und Helferschaft. In: Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Neuen Peterskirche zu Leipzig. Leipzig, 1935.

Walther Lenz

von:
Photograph Berthold Heinrich, Leipzig