1912 — 1928: Dr. Johannes Ernst Rietschel (*1872, †1960)

Ernst Rietschel wird 1872 als Sohn des Pfarrers und späteren Leipziger Theologieprofessors Georg Christian Rietschel und seiner Mutter Karoline Müllensiefen in Rüdigsdorf geboren. Er ist ein Enkel des Bildhauers Ernst Friedrich August Rietschel und der Vater des Theologen und Kunsthistorikers Christian Rietschel. Er besucht ein Leipziger Gymnasium.

Ernst Rietschel nimmt 1891 das Theologiestudium an der Universität Leipzig auf und schließt es 1896 ab und arbeitet eine zeitlang als Hauslehrer in Vierhagen. Er schreibt 1897 seine Promotion zum Thema: "Beiträge zum Verständnis des Hebräerbriefes".

Seit 1898 gehört er dem Predigercolleg St. Pauli an und geht 1900 in Vikariat in Pulsnitz, wo er 1901 Diaconus wird. Ab 1904 hat er eine Pfarrstelle in Sachsensdorf bei Wurzen. Er heiratet Anne Bruns.

1912 wird er zweiter Diakonus, 1915 erster Diakonus und 1920 Archidiakonus an der Peterskirche Leipzig.

Im Jahr 1928  nimmt er eine Stelle als Superintendent und Oberkirchenrat in Oschatz an. Im Sächsischen Kirchenkampf gehört er zur Seite der Bekennenden Kirche und verliert daraufhin 1934 sein Superintendentenamt. 1937 geht er in Ruhestand und kehrt 1938 als Emeritus nach Leipzig zurück.

Ernst Rietschel stirbt 1960.

Bibliographie

Luthers Anschauung von der Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit der Kirche. In: Theologische Studien und Kritiken: Beitr. zur Theologie u. Religionswissenschaft. Nr. 173, 1900. 53 Seiten.

Simultanschule, konfessionslose Schule und konfessionelle Schule: Geschichtliches und Prinzipielles zu dem Streite um Schule und Religionsunterricht im Königreich Sachsen. Leipzig, Verlag Hinrichs, 1911.

Die Peterskirche zu Leipzig. 8 Tiefdruckbilder nach Aufnahmen von Ernst Hugo Schulze, mit einem Geleitwort von Pfarrer Lic. Rietschel. Leipzig, um 1927. 

Wie der Gustav Adolf-Verein die evangelische Diaspora als sein Arbeitsgebiet gefunden und festgehalten hat - Ein Beitrag zur Geschichte des Gustav-Adolf-Vereins in seinem ersten Jahrzehnt. In: Gustav-Adolf-Verein, Geißler, Bruno (Hrsg.): Evangelische Diaspora und Gustav-Adolf-Verein - Zum Siebenzig Jahr-Geburtstag des Vorsitzenden des Gustav Adolf-Vereins, herausgegeben von Bruno Geißler, Generalsekretär des Centralvorstandes. Leipzig, Verlag des Centralvorstandes des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung, 1930.

Das Problem der unsichtbar-sichtbaren Kirche bei Luther. Darstellung und Lösungsversuch. Mit einem Anhang: Die Kirche bei Melanchthon. In: Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte. Jahrg. 50. Hft. 2, Leipzig, Verlag Heinsius, 1932. 109 Seiten.

Ein neuer Vorfahr von Lucas Cranach d. Ä. In: Familiengeschichtliche Blätter: Monatsschrift für die gesamte deutsche Genealogie, Bd. 37, 1939. Sp. 147-150.

Ernst Rietschel. Im Aufsteig zu der Höhe seines Künstlertums und in der Reife seiner Persönlichkeit. Ein Nachwort von seinem Enkel Ernst Rietschel. In: Ernst Rietschel. Erinnerungen aus meinem Leben. Berlin, Evangelische Verlagsanstalt, 1962. 40 Seiten.

Einzelnachweise

Gußmann, Wilhelm: Rezension: Rietschel, Ernst, Das Problem der unsichtbar-sichtbaren Kirche bei Luther. In: Theologisches Literaturblatt, Nr. 54, 1933.

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